UM den BAUHOF | Poesie und Potenziale einer Infrastruktur
asphalt Kollektiv für Architektur
Das Projekt porträtiert Bauhöfe und Abfallsammelstellen als Infrastrukturen zwischen Alltag und Ausnahmezustand, Logistik und Poesie. Durch fotografische, filmische und zeichnerische Mittel sowie Interviews entsteht ein vielschichtiges Bild dieser oft übersehenen Räume. Betrachtet werden Heterotopien sichtbarer Räume mit eigener Organisation – Orte gesellschaftlicher Bedeutung, deren Rolle im Diskurs über Zirkularität bislang unterschätzt wird.
Infrastruktur tritt meist unsichtbar in Erscheinung, solange sie funktioniert. Die Ausstellung UMBAUHOF rückt daher jene Orte in den Fokus, die unser tägliches Leben ermöglichen, ohne im öffentlichen Bewusstsein präsent zu sein: Bauhöfe und Abfallsammelstellen in der Steiermark. Als unverzichtbare Bestandteile der kommunalen Daseinsvorsorge bilden sie ein funktionales Netzwerk. Theoretisch lässt sich das Projekt auch mit Michel Foucaults Begriff der Heterotopie beschreiben – Orte mit eigener Logik, Zeitlichkeit und sozialer Relevanz, die im Raumgefüge oft marginalisiert sind. Ausgehend von unserem Projekt UMBAUHOF wird diese Infrastruktur als Schlüsselort einer zukünftigen, zirkulären Baupraxis im ländlichen Raum verstanden. Mittels zeichnerischer Dokumentation, fotografischer Serien, Filmsequenzen, Tonaufnahmen und Gesprächen mit Nutzer:innen und Mitarbeiter:innen werden räumliche Qualitäten und atmosphärische Eigenheiten sichtbar: das Improvisierte, das Roh-Baustellenhafte und zugleich die hohe organisatorische Präzision. So entstehen kartografische Mapping-Arbeiten, die Bauhöfe durch ihre spezifischen räumlichen Strukturen vergleichbar machen und als Typologie erkennbar werden lassen. Die entstandenen Arbeiten werden in einer Ausstellung präsentiert und geben Einblicke in das Projekt UMBAUHOF – als Beitrag zum Diskurs über zirkuläres Bauen und zur Sichtbarmachung dieser unterschätzten, aber zukunftsweisenden Infrastrukturen.
asphalt ist ein Architekturbüro, das in den Bereichen Forschung, Lehre und Baupraxis tätig ist. Ein zentrales Anliegen ist es, die Widersprüche und die Komplexität der Gegenwart konstruktiv und verantwortungsvoll in Projekte zu übersetzen und daraus architektonische Konzepte und Räume zu entwickeln. Ergänzend entstehen temporäre Installationen, Objekte sowie Videos, Fotografien und atmosphärische Inszenierungen.
Zwei Architekturkollektive – asphalt und circa. – transformieren das HDA in ein offenes Labor. Zwischen Dokumentation, Archiv und räumlicher Inszenierung entsteht ein gemeinsamer Denk- und Diskursraum, der ihr Interesse am Umgang mit dem Bestand sowie an der Etablierung einer neuen Erhaltungskultur sichtbar macht. Ausgehend von präzisen Feldrecherchen zu Routinen, Materialflüssen, Spuren und Infrastrukturen eröffnen sie zwei sich ergänzende Perspektiven auf neue Narrative des (Um-)Bauens in Stadt und Land. Die Ansätze und Arbeitsweisen beider Kollektive werden im HDA zusammengeführt und unmittelbar lesbar gemacht. Ein vielschichtiges Begleitprogramm aus Gesprächen, einem Symposium und Workshops mit Studierenden – beginnend im Rahmen der Architekturtage 2026 – vertieft diese Perspektiven, entwickelt sie weiter und trägt sie im gemeinsamen Diskurs in die Öffentlichkeit. KICK OFF: Samstag, 30. Mai, Uhrzeit folgt in Kürze
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