Werkstattgespräch "Linz Central"
Wie »Linz in Arbeit« ist, zeigt das im Rahmen der Ausstellung vorgestellte Viertel »Linz Central«. Die Stadtgesellschaft ist eingeladen, sich beim Werkstattgespräch im afo gemeinsam mit wichtigen Akteur*innen des Stadtum- und Stadtweiterbaus an den Tisch zu setzen. Das studio.städtebau sieht seine Rolle darin, aktiv aus der Universität in den Stadtraum hinein zu wirken und mit der Stadtgesellschaft Linz das Gespräch zu suchen, wie wir in dieser Stadt gemeinsam leben wollen. Miteinander am Tisch sitzen und ins Gespräch zu kommen ist hierzu ein erster Schritt.
Gemeinsam mit Dr. Hans-Martin Neumann (Planungsdirektor der Stadt Linz), Birgit Kornmüller (Architektin, Bogenfeld Architektur), Martin Kneidinger (Architekt, Architekten Kneidinger), Max Nirnberger (Architekt, X-Architekten) und Olivia Schütz (Geschäftsführung, Theater Phönix) führen die Kurator*innen durch die Ausstellung „Linz … in Arbeit“ und diskutieren mit den Gäst*innen über die vielfältigen Werkzeuge der Stadtplanung und die konkreten Transformationsprozesse in „Linz Central“ (Bulgarieplatzviertel).
Ablauf
16:50 - 17:00 Uhr / Ankommen
17:00 Uhr / Begrüßung und Vorstellung der Gäste durch Therese Eberl
Projektvorstellung des »Quartiers an der Wiener Straße«, der »Tanzenden Türme« und des »Barbara Quartiers« in der Ausstellung durch Stefan Groh
17:10 Uhr - 18:00 Uhr / Gespräch »Die Stadt um- und weiterbauen«
- Die vier vorgestellten Vorhaben verändern das Bild des Stadtteils im Norden massiv. Welche räumlichen Vorstellungen haben wir (Politik, Verwaltung, Disziplin, Stadtbewohner*innen) denn vom nördlichen Linz Central?
- Traditionelle Arbeit verlässt Linz Central, neue Arbeitsformen bereichern das Viertel. Was bedeutet dieser Wandel für das Alltagsleben vor Ort und seine Bewohner*innen?
- Die massive bauliche Verdichtung schafft Raum für neue Bewohner*innen in Linz Central. Was benötigen die Neuen vom Stadtteil und was bringen diese auch mit?
- (Um-) Baukultur in der Bauwende. Unsere Disziplinen haben sich in den letzten Jahren neue Werkzeuge erarbeitet, um ressourcenschonender die sozialen, ökologischen und ökonomischen Transformationsprozesse zu begleiten. Wie kann das in Linz Central konkret ausgestaltet werden? Welche Verantwortung übernehmen wir und welchen Beitrag leisten wir hierfür konkret vor Ort?18:00 Uhr / Öffnung des Gesprächs für das Publikum
18:20 - 18:30 Uhr / Respondenz und Learnings durch Therese Eberl und Stefan Groh
18:30 - 19:00 Uhr / Ausklang mit dem Publikum
19:00 Uhr / Theorie im Keller #39
zu den Arealen
»Quartier an der Wiener Straße«
Das ÖBB-Areal an der Wiener Straße wird vom industriellen Bahnstandort zu einem gemischt genutzten Arbeits- und Wohnquartier entwickelt. Die erste Etappe startet an der Unionkreuzung auf rund 15.500 m². Der Abbruch des Gebäudebestands wurde schon 2020 vollzogen. Geplant sind drei Baukörper zwischen 6 und 10 Geschoßen sowie ein ca. 2.000 m² großer öffentlicher Platz. Die planerische Grundlage bietet ein Europan-Wettbewerb 2017 (Spaziozero Atelier, Carlo Pisano). Gemeinsam mit X Architekten, deren Bürositz gleich gegenüber an der Wiener Straße liegt, wurde der Wettbewerbsbeitrag in ein städtebauliches Leitbild und ein Qualitäts-Handbuch übersetzt. Nach Einigung über einen Grundverkauf 2025 ist der Baustart für 2028 vorgesehen. Im Anschluss daran soll der nördliche Bereich des Areals entwickelt werden.
»Tanzende Türme«
Der Entwurf der „Tanzenden Türme“ von Kneidinger und Stögmüller Architekten umfasst drei Hochhäuser mit 94, 72 und 51 m Höhe an der Friedhofstraße in Linz. Geplant sind 331 Wohnungen, davon 30 % nach dem Linzer Modell gefördert, sowie öffentlich zugängliche Sockelzonen, großzügige begrünte Freiflächen und eine teilweise Entsiegelung des Areals. Heute vor allem durch niedrige Gebäude mit friedhofsnahen Nutzungen geprägt, wie z.B. von Steinmetzen, soll das Areal künftig offen und durchquerbar sein. Die erste Vorlage im Gestaltungsbeirat erfolgte im Juni 2016. Nach mehreren Überarbeitungen wurde das Projekt 2024 von diesem Gremium freigegeben. Baustart ist aktuell für 2028 avisiert.
»Barbara Quartier«
Das kleinteilig durchmischte Betriebsareal mit friedhofsnahen Betrieben, Gewerbe und Kulturvereinen ist seit Anfang des 20. Jh. im Besitz der St. Barbara Gottesackerstiftung. Gärtnereien, Steinmetze und der Betriebshof sichern nicht nur den Friedhofsbetrieb, sondern garantieren als Quersubventionen durch die Pachteinnahmen den Betrieb des Friedhofs. Darauf (auch wörtlich) aufbauend entwickelt die Stiftung seit 2016 mit einem interdisziplinären Team um Bogenfeld Architektur ein Konzept für die behutsame, langfristige Weiterentwicklung. So entsteht das Barbara Quartier als verdichtetes, gemischt genutztes Stadtquartier. Aktuell arbeitet das Team an Umwidmung und Umsetzung der Vision des Planungshandbuchs.
