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Im Gespräch: Martin Ausserdorfer

Beobachtungsstelle zum Bau des Brenner Basistunnels

»[Um] Zukunft zu gestalten […] braucht es einen intensiven Dialog mit der Bevölkerung und eine übergemeindliche Zusammenarbeit.« Martin Ausserdorfer, Direktor Konsortium Beobachtungsstelle zum Bau des Brenner Basistunnels (BBT), Bürgermeister Marktgemeinde St. Lorenzen

Martin Ausserdorfer, Direktor Konsortium Beobachtungsstelle zum Bau des Brenner Basistunnels (BBT), Bürgermeister Marktgemeinde St. Lorenzen © BBT

Bei dieser Ausgabe der Architekturtage geht es um das Thema „Was uns verbindet – Infrastrukturen des Alltags“. Inwiefern tragen Ihrer Meinung nach Infrastrukturen dazu bei, Menschen, Orte oder Gemeinschaften zu verbinden? Welche Beispiele fallen Ihnen spontan ein?

Jedes Volk hat stets nach Freiheit gestrebt. Heute äußert sich dieses Freiheitsbedürfnis besonders im Wunsch nach Mobilität. Mobilität wiederum ist ohne Infrastruktur nicht denkbar – ohne Infrastruktur keine Bewegung. Am Beispiel des Brenner-Basistunnels wird deutlich, dass es dabei nicht nur um ein technisches Bauwerk geht, sondern um ein kulturelles Projekt, das Austausch ermöglicht. Künftig werde ich mit dem Zug aus Bozen ebenso schnell in Innsbruck sein wie aus Landeck – Grenzen verschieben sich, Regionen rücken zusammen. Infrastruktur schafft damit reale und kulturelle Verbindungen zwischen Menschen und Orten.

Wie definieren Sie Infrastruktur als Schnittstelle zwischen technischer Machbarkeit und räumlicher Qualität – und welche Verantwortung sehen Sie dabei für Ihr Fachgebiet?

Infrastruktur hat die Aufgabe zu dienen und genutzt zu werden. Sie nimmt eine eher passive Rolle ein, während die Nutzerinnen und Nutzer aktiv mit ihr interagieren. In ihrer Daseinsberechtigung muss Infrastruktur so geplant werden, dass sie den Menschen nützt und sich gleichzeitig verantwortungsvoll in Natur und Raum einfügt. Die Verantwortung unseres Fachgebiets liegt daher darin, technische Notwendigkeiten mit räumlicher Qualität, Nachhaltigkeit und sozialer Verträglichkeit in Einklang zu bringen.

Wo sehen Sie in ihrem Arbeitsbereich – bezogen auf das Thema Infrastrukturen - die zentralen Herausforderungen in naher Zukunft? 

Unsere historische Aufgabe besteht darin, Zukunft zu gestalten. Dafür braucht es einen intensiven Dialog mit der Bevölkerung und eine übergemeindliche Zusammenarbeit. In Südtirol ist es uns gelungen, die Zulaufstrecken zum Brenner-Basistunnel so zu planen und zu genehmigen, dass die Menschen sie mittragen. Miteinander reden, Meinungen einholen, diskutieren – nicht endlos, aber zielorientiert: So muss die Entwicklung von Infrastruktur künftig verstärkt erfolgen. Nicht anonym in Konzernen, sondern persönlich, transparent und verantwortungsbewusst vor Ort mit den Menschen.


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