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Im Gespräch: Erwin Stättner

Franz&Sue

»Infrastruktur ist für alle da, niederschwellig und egalitär.«

Franz&Sue ist ein international tätiges Architekturbüro mit Sitz in Wien. Aktuell sind vorrangig Bildungseinrichtungen, Wohnbauprojekte und öffentliche Bauten in Ausführung. Franz&Sue planen etwa die neuen Stationen der Wiener U-Bahn-Linie 5 oder den Evangelischen Campus Nürnberg. Erwin Stättner ist Partner im Architekturbüro Franz&Sue und dort zuständig für das U5 U-Bahnprojekt. Das Büro setzt dieses Projekt gemeinsam mit YF in ARGE um, und ist dabei für die Architektur und Planung der gesamten Stationen verantwortlich – vom Zugangsgebäude über die Verteilerebenen und die Bahnsteige bis zum Beginn der U-Bahnröhren. 

Erwin Stättner, © Franz&Sue / Louai Abdul Fattah

Bei dieser Ausgabe der Architekturtage geht es um das Thema „Was uns verbindet – Infrastrukturen des Alltags“. Inwiefern tragen Ihrer Meinung nach Infrastrukturen dazu bei, Menschen, Orte oder Gemeinschaften zu verbinden? Welche Beispiele fallen Ihnen spontan ein?

Das Thema öffentlicher Verkehr betrifft unsere Gemeinschaft im Ganzen und das jeden Tag. Diese Infrastruktur ist für alle da, niederschwellig und egalitär. Sie wird von unterschiedlichsten Personengruppen genutzt: Einheimische, Touristen, Leuten aus sämtlichen Gesellschaftsschichten.

Die öffentliche Hand macht hier in Wien und in ganz Österreich einen verdammt guten Job. Unternehmen wie die Wiener Linien oder die ÖBB zeigen ein hohes Engagement, was sich etwa seit vielen Jahrzehnten in der Wertigkeit und der Gestaltung der Wiener U-Bahn-Stationen zeigt, aber auch aktuell bei den vielen hochwertigen regionalen Bahnhofsprojekten.

Wie definieren Sie Infrastruktur als Schnittstelle zwischen technischer Machbarkeit und räumlicher Qualität – und welche Verantwortung sehen Sie dabei für Ihr Fachgebiet?

Wir sind bei der neuen U-Bahn-Linie U5 in Wien gemeinsam mit unseren Partnern YF für die Architektur und Planung der gesamten Stationen verantwortlich – vom Zugangsgebäude über die Verteilerebenen und die Bahnsteige bis zum Beginn der U-Bahnröhren.  Bei der Entwicklung der räumlichen Qualitäten suchten wir ein Design, selbstverständlich und unaufdringlich, eines, das gut altert also möglichst nicht modisch ist, man soll sich wohlfühlen, ohne dass auffällt, warum – und mit dem gleichzeitig für Sicherheit gesorgt ist. Es geht hier um eine hochwertige Gestaltung, die über sehr lange Zeiträume Bestand hat. Wir bauen hier sozusagen für die Ewigkeit! Und wir bauen ein U-Bahn Design weiter, das seit den 70er Jahren alle Wiener:innen begleitet.

Was heute immer stärker in die Planung hineinspielt: Innerstädtisch steht weniger Platz zur Verfügung, Themen wie Nachhaltigkeit werden wichtiger, Aspekte wie der Erhalt des Baumbestandes an der Oberfläche rücken stärker in den Vordergrund. Das macht die technischen und gestalterischen Rahmenbedingungen herausfordernder.

Ein wesentliche Qualitätshebel sind hier transparente, offene Architekturwettbewerbe, die es auch ermöglichen, Gestaltungsqualität zum Zug kommen zu lassen.

Wo sehen Sie in ihrem Arbeitsbereich – bezogen auf das Thema Infrastrukturen - die zentralen Herausforderungen in naher Zukunft? 

Bei Infrastrukturbauten wie einer U-Bahn werden sehr große Mengen an Beton verbaut. Wie man künftig bei derartigen Projekten die Bauweise optimieren, Ressourcen sparen und damit zur CO2-Reduktion beitragen kann, ist eine große Herausforderung und ein riesiges Zukunftsthema.

Und was uns generell beschäftigt, sind immer überbordendere behördliche Vorschriften. Sicherheit ist bei U-Bahnen ein ganz zentrales Thema. Aber wann ist etwas sicher genug?  Im internationalen Vergleich sind wir im deutschsprachigen Raum oft überreglementiert. Und natürlich sind die damit verbundenen Kosten auch ein großes Thema, gerade wenn es um künftige Finanzierbarkeit von öffentlichen Verkehrsprojekten geht.


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