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Im Gespräch: Dietmar Feichtinger

Dietmar Feichtinger Architects

Dietmar Feichtinger wird oft als „Brückenspezialist“ bezeichnet, da sein Büro – neben vielen anderen Projekten – Entwurf und Realisierung von über 20 Brücken und Stegen verantwortet. Zu den bekannten Arbeiten zählen hier u.a. die 304 Meter lange Simone-de-Beauvoir-Fußgängerbrücke über die Seine oder die Gestaltung des Stegs („Jetty“) zum Mont Saint-Michel, einem UNESCO-Welterbe. Weitere renommierte Brückenbauten: die Dreiländerbrücke über den Rhein, die Passerelle de la Paix in Lyon sowie der 2020 fertiggestellte Maritime Walkway Aldilonda in Bastia. Aktuell setzt Dietmar Feichtinger Architects gemeinsam mit dem Ingenieurbüro sbp das Großprojekt der Erweiterung der Anne-de-Bretagne-Brücke in Nantes um.  Neben seiner preisgekrönten architektonischen Tätigkeit lehrt Feichtinger an mehreren europäischen Universitäten und wurde 2023 zum Professor am Institut für Architektur und Entwerfen der Technischen Universität Wien berufen.

Bei dieser Ausgabe der Architekturtage geht es um das Thema „Was uns verbindet – Infrastrukturen des Alltags“. Inwiefern tragen Ihrer Meinung nach Infrastrukturen dazu bei, Menschen, Orte oder Gemeinschaften zu verbinden? Welche Beispiele fallen Ihnen spontan ein?

Ein vielschichtiges Thema – was mir spontan dazu einfällt: Mobilität, Ausbau der Bahn, Aufwertung der Bahnhöfe, Aufenthaltsqualität, Verdichtung der Quartiere und Bahnhöfe, Dezentralisierung, Verringerung der Verkehrsflächen, die dem Auto gewidmet sind. 


Grünflächen in der Stadt verbessern die Aufenthaltsqualität und tragen positiv zum Stadtklima bei. Die Verlangsamung des Verkehrs verändert den Status der Straßen sowie die Priorität für Fußgänger:innen und Fahrrad in der Stadt. Entsprechende Infrastruktur mit erhöhter Aufenthaltsqualität – Fußgänger:innenbrücken als Erlebnisbereiche.  

Beispiele:

  • Bahnhofsoffensive in Österreich, Klimaticket
  • Frankreich: 200km Metro neu in Paris.
  • 67 Stationen als Bahnhöfe ausgebildet
  • Rue de Rivoli, Verringerung der Fahrspuren auf Minimum, großzügige Fahrradwege und Fußgängerbereiche
  • Boulevard Périphérique, Verringerung der Geschwindigkeit auf 50kmh mit der Aussicht der Integrierung der Stadtautobahn in das Straßennetz der Stadt, überquerbar, Integrierung von Fahrradspuren
  • Umgestaltung der zentralen Plätze in Paris, Place de la Nation, Bastille, République: Unterbrechung des Kreisverkehrs, Anbindung der Plätze an Viertel
  • Verkehrsentlastete Straßen
  • Bereiche für Veranstaltungen, Konzerte, Märkte, Verweilen

Wie definieren Sie Infrastruktur als Schnittstelle zwischen technischer Machbarkeit und räumlicher Qualität – und welche Verantwortung sehen Sie dabei für Ihr Fachgebiet?

Die technische und räumliche Qualität sind eng verknüpft und bedingen sich gegenseitig. Technik schafft Möglichkeiten. Die gestalterische Komponente verschiebt die Prioritäten und eröffnet eine neue Sichtweise. Ökonomische und ökologische Kriterien im Zusammenhang mit der Stadtqualität spielen eine wesentliche Rolle. Gestaltung von Grünbereichen auf gewachsenem Boden statt Parkplätzen.

Wo sehen Sie in ihrem Arbeitsbereich – bezogen auf das Thema Infrastrukturen - die zentralen Herausforderungen in naher Zukunft? 

 Die Verdichtung der Stadt ist weiterhin notwendig, um die entsprechenden Infrastrukturen zu entwickeln. Gleichzeitig ermöglichen die neuen Kommunikationsmittel eine Dezentralisierung, eine Entflechtung. Stadt als Aufenthaltsbereich, Ort des Austausches, der Kultur und der Bildung sowie des Services an der Person.


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